Desertifikationsbekämpfung - ein Querschnittsthema

Wassermangel und Vegetationsvernichtung zwingen zu langen Wanderungen mit Herden. [Sahel]

Die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der natürlichen Lebensgrundlagen bildet einen Schwerpunkt der deutschen Entwicklungspolitik. Dies beruht auf der Überzeugung, dass der verantwortliche Umgang mit den natürlichen Ressourcen eine wesentliche Voraussetzung für eine tragfähige wirtschaftliche und soziale Entwicklung in allen Regionen der Welt ist.

Von den Auswirkungen der Desertifikation sind vor allem die ärmsten Bevölkerungsschichten in den jeweiligen Ländern betroffen, vor allem Kleinbauern und nomadisch lebende Viehzüchter. Die natürlichen Ressourcen in den betroffenen Regionen zu erhalten trägt somit auch wesentlich zur Verbesserung der Lebenssituation dieser Menschen bei.

Dies kann nur dann dauerhaft erfolgreich sein, wenn unterstützende Maßnahmen in verschiedenen Lebensbereichen ("Sektoren") ansetzen. Verbessert werden müssen:

  • die ökologischen Umstände, unter denen diese Bevölkerungsgruppen leben, indem man zum Beispiel mit Hilfe technischer Maßnahmen die Böden vor Erosion schützt oder angepasste Technologien zur Bewässerung einführt,
  • ihre wirtschaftliche Situation, indem man den Menschen beispielsweise dabei hilft, ihre Waren und Produkte außerhalb der Heimatregion zu vermarkten oder indem man den Besitz von Grund und Boden rechtlich besser absichert,
  • ihre soziale Sicherheit, indem man zum Beispiel dafür Sorge trägt, dass die Menschen nicht zusätzlich von Katastrophen und Krisen besonders hart getroffen werden,
  • ihre politische Mitgestaltungsrechte, indem man beispielsweise dafür sorgt, dass sie besser an politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen teilhaben, die ihr Leben direkt betreffen.

Zur wirksamen Bekämpfung von Desertifikation muss daher auf die unterschiedlichen Lebensbereiche der betroffenen Bevölkerungsgruppen unterstützend eingewirkt werden. Dies bedeutet für die Entwicklungszusammenarbeit eine große Herausforderung: Es geht nicht allein darum, Einzelprojekte zu fördern, welche Lösungen in einzelnen Sektoren entwickeln, beispielsweise ressourcenschonende Technologien. Vielmehr ist die EZ gefordert,

  • in den betroffenen Länder durch entsprechende politische Beratung dazu beizutragen, dass die Bekämpfung der Desertifikation zum sektorübergreifenden Ziel wird und die beteiligten politischen Institutionen sich dazu koordinierend vernetzen.
  • die Ziele und Vorgaben der UNCCD in breiter angelegte EZ-Programme zu integrieren, die sich u.a. der Armutsbekämpfung, der ländlichen Entwicklung oder der Strukturpolitik („Governance“) widmen.

(-> Desertifikationsbekämpfung und EZ)