Desertifikation
Was bedeutet Desertifikation?
Man spricht von Desertifikation, wenn in Gebieten mit relativ trockenem Klima die natürlichen Ressourcen (Boden, Vegetation, Wasser) als Folge einer zu intensiven Nutzung durch den Menschen beeinträchtigt oder zerstört werden. Eine solche Zerstörung hat dramatische Folgen: Die Vegetation geht zurück oder verschwindet vollständig; Wasser wird zum Mangelgut; die Böden erodieren, versalzen oder versanden; Sand wird vom Wind verfrachtet und zerstört die Infrastruktur. Kurz: Das Land wird unfruchtbar und verödet.
Wissenschaftliche Definition von Desertifikation:
Die Internationale Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation definiert diese als "Landverödung in ariden, semiariden und trockenen subhumiden Gebieten infolge verschiedener Faktoren, einschließlich Klimaschwankungen und menschlicher Tätigkeiten". Landverödung bedeutet, dass biologische oder wirtschaftliche Produktivität und Vielfalt, Anbauflächen, Wiesen, Weideland und Wälder abnehmen oder verloren gehen. Als arid, semiarid und trocken subhumid werden Gebiete bezeichnet, „in denen das Verhältnis der jährlichen Niederschlagsmenge zur möglichen Verdunstung im Bereich von 0,05 bis 0,65 liegt, außer polare und subpolare Regionen". Der Begriff Desertifikation wird häufig synonym zu den Begriffen (Landschafts-)Degradation, Bodendegradation, Vegetationsdegradation, Landverödung oder auch Umweltdegradation verwendet. Er umfasst eine Vielzahl von Prozessen. Durch Wasser- und Winderosion wird beispielsweise Bodenmaterial verlagert. Fruchtbarer Oberboden (Humus) geht verloren, und Landschaftsformen verändern sich (Erosionsgräben, -rillen etc.). Indirekt führt dies dazu, dass (Stau-)Seen versanden. Zu den Phänomenen von Desertifikation gehören auch physikalische und chemische Veränderungen der Böden (Verlust von Nährstoffen, Versalzung, Versandung, Verdichtung, Austrocknung, Krustenbildung etc.). Solche Prozesse verringern die biologische bzw. wirtschaftliche Produktivität der jeweiligen Landschaft. Ein weiteres Merkmal der Desertifikation ist der Rückgang der Vegetation sowie eine biologische Artenverarmung in den betroffenen Gebieten. Besonders anfällig für Desertifikation sind Landschaften in Dürrezeiten, also in den (unregelmäßig auftretenden) Perioden, in denen die Niederschlagsmenge deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt liegt.